Was wird mit Shiatsu bezweckt und wie funktioniert es?

Durch das Stimulieren der Meridiane (Energieleitbahnen im Körper) soll der Chi-Fluss im Körper harmonisiert werden. Das Chi (auch Ki genannt) ist mittlerweile auch für viele Europäer ein Begriff, damit wird die Lebensenergie bezeichnet, welche beim Menschen ihren Sitz im Hara, im Energiezentrum im Bauch, hat.

Mit einer Shiatsu-Massage werden Staus und Blockaden in den Meridianen aufgelöst und ein (Selbst-)Heilungsprozess kommt in Gang.

Wann hilft Shiatsu dem Hund?

  • Hüft- und Rückenprobleme sowie Arthrose kann man mit Shiatsu nicht beheben, aber die Schmerzen können gelindert, und die Beweglichkeit und das allgemeine Wohlbefinden deutlich gefördert werden.
  • Blasen- und Nierenprobleme kann man mit Shiatsu sehr gut behandeln. Die Blasen- und Nierentätigkeit wird harmonisiert und das Immunsystem gestärkt.
  • Bei Hautproblemen hilft Shiatsu, das Immunsystem wieder herzustellen.
  • Bei nervösen und sensiblen Hunden wirkt Shiatsu beruhigend und stärkt das Selbstvertrauen.
  • Bei apathischen Hunden kann die Lebensfreude wieder geweckt werden.
  • Auch bei Verdauungsproblemen hilft Shiatsu. Die Fütterungsgewohnheiten müssen allerdings auch beachtet werden. Je länger je mehr sind Hunde auf gewisse Nahrungsmittel und Konservierungsstoffe allergisch. Dies kann sich auf das Verdauungssystem (Durchfall, Blähungen) oder auf die Haut (Schuppen, Juckreiz, mattes Fell) auswirken.
  • Herzprobleme können wir nicht beseitigen, aber auch hier kann Shiatsu auf das allgemeine Wohlbefinden stimulierend wirken.
  • Grundsätzlich können die meisten chronischen Beschwerden gelindert, Heilungsprozesse unterstützt und die Harmonie in Körper und Seele gefördert werden.
  • Nach physischem und/oder psychischen Stress hilft Shiatsu, die aufgestaute Energie abzubauen. Aber auch vor Prüfungen oder Ausstellungen hilft Shiatsu, Spannungen abzubauen und die Konzentration zu erhöhen.
  • Wenn Welpen sich an Berührung von Anfang an gewöhnen, lassen sie sich bei Tierarztbesuchen oder sonstigen nötigen Interventionen besser anfassen.
  • Älteren Hunden hilft Shiatsu, sich in ihrem Körper wohler zu fühlen. Gerade ältere Hunde geniessen diese Art von Therapie sehr. Ins Stocken geratene Energie wird wieder zum Fliessen gebracht, oft verschwinden kleinere Beschwerden. Die Beweglichkeit wird verbessert, die Verdauung normalisiert.
  • Nach einer Tierarztbehandlung ist oft organisch alles wieder in Ordnung, aber der Hund ist noch nicht so fit und lebensfroh wie vor der Krankheit oder dem Unfall. Hier hilft Shiatsu, die Lebensenergie wieder in den Fluss zu bringen, quasi «s’Tüpfli uf em i» nach der Tierarztbehandlung.
  • Wellness für gesunde Hunde: Immer mehr Hundebesitzer gönnen ihrem Hund von Zeit zu Zeit eine Shiatsu-Behandlung und unterstützen so seine Gesundheit (präventiv). Wer selbst mal eine Shiatsu-Massage erlebt hat, wird verstehen, warum auch Hunde diese asiatische Massage lieben!

Fallbeispiele

Cato, ein 12-jähriger Retriever-Rüde, vermag nicht mehr so leicht aufstehen und beim Spazieren knickt er immer wieder mal ein. Die Verdauung lässt zu Wünschen übrig, ab und zu treten Allergien auf, mit nässenden Hautstellen und Juckreiz. Die Tierärztin hat Grünlippmuschel-Extrakt und ein Schmerzmittel verschrieben. Ausserdem wird die Nahrung des Rüden auf ein Bio-Spezialfutter umgestellt. Die Besitzerin hat schon von Shiatsu gehört und will mal probieren, ob diese sanfte Massage eine weitere Besserung bewirken kann.

Eine Vitalitätsspritze für ältere Hunde
Schon nach der ersten Shiatsu-Behandlung läuft Cato besser und knickt kaum mehr ein. Er geniesst seine wöchentlichen Shiatsu-Massagen und die Besitzerin kann jedes Mal von weiteren Erfolgen berichten: Mehr Kraft beim Aufstehen, kein Einknicken, bessere Verdauung, keine tränenden Augen mehr. Der Juckreiz und die nässenden Hautstellen sind mit der Futterumstellung fast verschwunden. Nach ein paar Wochen kann sie das Schmerzmittel absetzen. Der bereits in die Jahre gekommene Rüde wirkt wieder vitaler und nimmt mehr am Leben teil. Die Shiatsu-Termine sind nun in grösseren Abständen fällig, werden aber jeweils dem aktuellen Zustand des Hundes angepasst.

Shiatsu für Hunde, Pferde und Katzen
Shiatsu ist den meisten als äusserst wohltuende und die Selbstheilung anregende Massageform für Menschen bekannt. Dass man diese Massage auch für Tiere einsetzen kann, ist im Vergleich zu den verwandten Therapieformen Akupunktur oder Akupressur noch wenig verbreitet. Wie in der Akupunktur arbeiten wir im Shiatsu mit den Meridianen (Energieleitbahnen), wobei in der Regel der ganze Meridian stimuliert wird, nicht nur einzelne Punkte. Für die Beweglichkeit werden Dehnungen und Passivbewegungen eingesetzt, wie auch Elemente aus der Osteopathie.

Ganzheitlich auf Körper und Psyche einwirkend
Die Wirkung von Shiatsu ist ganzheitlich und zeigt sich meistens auf mehreren Ebenen: Die Selbstheilung wird angeregt und damit das Immunsystem. Der Körper kommt in Harmonie, oft verbessern sich auch Beschwerden, die der Besitzer gar nicht angesprochen hatte, weil sie nicht extrem störten. Viele berichten von Verhaltensänderungen ihrer Tiere: sie seien nun ausgelichener, weniger dominant, anhänglicher, verspielter, liessen sich streicheln und suchten den Körperkontakt (was sie vorher nicht gerne hatten).

Nach Operationen oder längeren Medikamentengaben
Samson, die Bracke eines Jägers, hatte nach der Operation der Dackellähme grosse Mühe mit dem Treppenlaufen und war auch sonst nicht mehr der alte. Er trottete nur vor sich hin, kein Sprung über den Bach mehr, kein Rennen über die Wiese. Gemäss Tierspital war die Operation erfolgreich verlaufen, der Hund hätte nach der 6-wöchigen Schonzeit langsam wieder die normale Beweglichkeit haben sollen, was leider nicht zutraf.

Schon nach der ersten Shiatsu-Massage verbesserte sich die Befindlichkeit des Rüden: Er rannte über eine Wiese und hob wieder das Bein beim Pinkeln (beides war seit der Operation nicht mehr vorgekommen). Die Shiatsu-Therapeutin wurde nach wenigen Terminen schwanzwedelnd begrüsst und Samson stand bettelnd an ihr hinauf. Mit der verbesserten Beweglichkeit kam auch die Lebensfreude wieder zurück. Und nach rund fünf Monaten Shiatsu stand wieder ein Jagdeinsatz für Samson auf dem Programm.

Auch bei chronischen Erkrankungen
Bei meiner verstorbenen Greyhoundhündin hat Shiatsu die chronische Blasenentzündung geheilt. Sie hatte vor allem im Herbst/Winter im Abstand von wenigen Monaten immer wieder äusserst schmerzhafte Blasenentzündungen. Anfangs gab ich ihr jeweils Antibiotika. Doch die Blasenentzündung kam immer wieder zum Ausbruch. Durch die Shiatsu-Behandlungen konnte ich die Symptome relativ rasch zum Abklingen bringen. Und was am schönsten war, die letzten Lebensjahre hat sie frei von Blasenentzündungen verbracht.

Tiershiatsu-Ausbildung in Bülach
Shiatsu für Tiere ist eine sanfte und ganzheitliche Therapieform. Die Tiere geniessen die Massage enorm. Wir erleben ab und zu, dass die Hunde sich beim Eintreffen der Shiatsu-Therapeutin erwartungsvoll hinlegen und es gar nicht schätzen, wenn sie zuerst ein paar Worte mit dem Besitzer wechselt.
Seit ein paar Jahren bieten wir in Bülach eine Tiershiatsu-Ausbildung an. Im Grundkurs «Tiershiatsu für den Eigengebrauch» werden die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, um eigene Tiere und diejenigen von Freunden zu behandeln. Der anschliessende Aufbaukurs ist für angehende Therapeuten gedacht, die später auch fremde Tiere behandeln möchten.

New Graceland Vereinsheft, Ausgabe 2/2007

Daten und weitere Infos finden Sie auf der Homepage von Verena Anna Schläfli: www.akari-tiershiatsu.ch