Unsere Bedenken

Vor mehreren Jahren sind wir, eigentlich mehr per Zufall, auf New Graceland aufmerksam geworden. Zu dieser Zeit lebten wir mit zwei Collies zusammen. Wir waren schon immer Langnasen-Fans. Da wir aber auch noch mehrere Katzen haben, dachten wir, dass ein friedvolles Zusammenleben nur mit Hütehunden und Katzen möglich wäre. Wir hatten grosse Bedenken, dass ehemalige Jagd-/Strassenhunde und Samtpfoten stressfrei unter einem Dach leben könnten.

Wir durften Evelyne und ihre Schützlinge einige Male in Sigigen besuchen. Sie erzähtte uns, wie schlecht es diesen wundervollen Hunden in Spanien ergeht. Schon damals sahen wir so viele liebevolle und wunderschöne Galgos und Greys, die unser Herz sofort eroberten. Als dann für New Graceland der Umzug nach Bilten anstand freuten wir uns sehr, denn Evelyne zog in unsere Nähe und wir konnten die Windhunde noch besser kennen lernen. Schnell war klar, dass unser nächster Hund ein Windhund von New Graceland sein würde.

Eine neue Mitbewohnerin

Als wir uns von einem unserer Collies trennen mussten und unser zweiter Hund sich sehr alleine fühlte, hatte Evelyne die perfekte Freundin für unseren Jerry schon parat. Nach wie vor waren aber da unsere Bedenken wegen unseren Katzen. Also gab es nur eine Lösung, der Katzentest musste mit Liza gemacht werden. Bibi kam mit der kleinen schwarzen Galga zu uns nach Hause. Obwohl Liza an den Ragdolls – grosse Katzenrasse mit durchschnittlich 6kg «Kampfgewicht» – interessiert war, machte sie keine Versuche, die Katzen zu jagen. Sie beschnupperte die grossen Wollknäuel zwar, war aber mehr an ihrem Futter als am Jagen interessiert. Da Jerry auch völlig von Liza begeistert war, hatten wir also eine neue Mitbewohnerin.

Die ersten Tage

Die ersten Tage beobachteten wir genau, wie Liza mit den Ragdolls umging. Sie versuchte einige Male die Katzen etwas zu bedrängen, hetzte sie mal auf die Kratzbäume usw. Wir hatten immer eher das Gefühl, dass sie versuchte auszuloten wie weit sie gehen kann und ob diese Tiere mit ihr spielen möchten. Da wir aber den Katzen viele Rückzugsmöglichkeiten wie deckenhohe Kratzbäume boten, ein Zimmer als hundefreie Zone erklärten und Liza von Anfang an bremsten, wenn sie zu stürmisch wurde, gab es überhaupt keine Probleme. Die Ragdolls waren sich von den Collies gewohnt, mit Hunden zu kuscheln und im selben Bett zu schlafen. Die Frage war jetzt, ist das auch mit einer Galga möglich? Da Liza ein kleiner Wirbelwind ist, war das nicht sofort möglich.

Ein Galgo ist kein Galgo

Aber wie es so ist, ein Galgo ist kein Galgo und so gesellte sich auch noch Shiraz (früher Carter) zu uns. Shiraz kam in unsere Wohnung, fühlte sich sofort zu Hause, legte sich aufs Sofa und kuschelte vom ersten Abend an mit den Katzen. Shiraz ist unser «Katzenmagnet». Wo er ist, tummeln sich auch die Samtpfoten. Unser jüngster Kater hatte sich vom ersten Augenblick an unsterblich in Shiraz verliebt. Er miaut Shiraz an, schleicht ihm um die Beine und schläft abends mit ihm ein. Wir staunten allerdings nicht schlecht, als wir sahen, dass die Katzen sogar um die Galgobeine schleichen dürfen, wären sie an ihren Näpfen stehen und fressen. Von diesem Zeitpunkt an konnten wir auch die letzen, noch vorhandenen Bedenken vom Zusammenleben von Jagdhund und Katze über Bord werfen.

Sutils Einzug

Vor einigen Wochen ging leider auch unser zweiter Collie Jerry über den Regenbogen. Da ja aber bekanntlich aller guten Galgos (mindestens) drei sind, entschied sich Sutil (früher Carmen) bei uns einzuziehen. Sie hat die Katzen eher versucht zu ignorieren. Das dumme ist nur, das finden die Samtpfoten erst recht interessant und betrachten die neue Mitbewohnerin noch genauer – wenn sie doch so brav und ruhig auf dem Sofa liegt.

Drei Galgos zum Glück

Jetzt wohnen also drei Galgos bei uns und jeder geht anders mit den Katzen um. Liza, die Wilde. Es kann schon mal vorkommen, dass die Katzen fauchen oder Liza einen kleinen Nasenstüber austeilen (natürlich ohne Krallen), aber was sich liebt das neckt sich. Shiraz, der Katzenversteher. Er ist immer für eine Kuschelstunde bereit und putzt die Samtpfoten von Kopf bis Fuss. Sutil, die Zurückhaltende. Wir sind sicher, dass sie in den nächsten Wochen auch noch die Vorzüge halbvoller Katzenfuttergeschirrchen kennen lernt.

Unser Fazit

Es lohnt sich auf jeden Fall, Windhunde und Katzen zu vergesellschaften. Es ist wunderschön, in einem «gemischten» Tierhaushalt zu leben. Es gibt immer wieder spannende, amüsante und interessante Situation. Für die richtige Auswahl, welcher Windhund passt zu welcher Katze, stehen Evelyne + Co. von New Graceland mit Rat und Tat zur Seite.

New Graceland Vereinsheft, Ausgabe 2/2007