Verein New Graceland

Windhunde-Rassen

Windhunde

 

Der Aufstieg und Fall einer aussergewöhnlichen Hunderasse!

 

Sie wurden von den Ägyptern in Wandgemälden verewigt, von antiken Künstlern in Stein gemeisselt und von Königen und Herrschern auf der ganzen Welt über Jahrtausende als Jagdhunde und Statussymbole verehrt und doch, fragt man Menschen auf der Strasse, wissen sie kaum etwas über diese faszinierenden Hunde. Es wird Zeit dies zu ändern!

 

Windhunde gehören zu den ältesten bekannten Hunderassen, sie lassen sich bereits in Höhlenmalereien nachweisen, die um 6000 v. Chr. entstanden sind. Und doch hat sich ihr Körperbau in all den Jahrtausenden kaum verändert – ihr Aussehen hingegen schon, wie jede andere Rasse auch haben sie sich an regionale Umweltbedingungen und Lebensumstände angepasst, hinzu kam der züchterische Einfluss des Menschen. So ist es leicht zu erklären, dass es heutzutage „den Windhund“ schlechthin nicht mehr gibt. Welcher Laie würde wohl vermuten, dass der imposante irische Wolfshund zur selben Rasse gehört wie ein zierliches italienisches Windspiel. Heute gibt es 13 anerkannte Windhundrassen zu denen unter anderem Greyhounds und Galgo españols gehören, weiterhin gibt es 5 windhundähnliche Rassen wie den Podenco.

 

Historisches

 

Die Ägypter setzten sie bereits 3000 v. Chr. bei der Gazellenjagd ein, wie Wandmalereien und Grabschmuck beweisen. Sie waren einst die Begleiter und Jagdgehilfen persischer Herrscher und mesopotamischer Herren. Windhunde waren über tausende von Jahren meist dem Adel vorbehalten und die Haltung dieser edlen Geschöpfe war den Untertanen bei Todesstrafe verboten.

 

Die älteste uns bekannte Form des Windhundes ist eine Variante mit Ringelschwanz und stehenden Ohren – die grosse Ähnlichkeit mit dem ägyptischen Totengott Anubis aufweist. Grundsätzlich gibt es 2 Grundtypen, die orientalischen und die okzidentalen Rassen.

 

Die orientalischen Windhunde beheimateten Vorder- und Mittelasien, Nordafrika und die arabische Halbinsel und waren dort in den Adelshäusern hoch angesehen, sie wurden oft zusammen mit den Jägern auf ihren Pferden oder Kamelen dargestellt. Neben der beliebten Jagd mit Falken kam den Windhunden bei der Gazellen-, Antilopen, Hasen- und Steinwildjagd eine grosse Bedeutung zu. Der Wert eines Windhundes war hoch und kam nicht selten dem mehrerer Kamele gleich. Weiterhin lebten die schnellen Hunde auch bei nomadisierenden Stämmen und agierten dort als Bewacher der Zelte und Herden.

 

Auch die okzidentalen Rassen waren sehr beliebt und wurden in unzähligen Kunstwerken der Antike bis hin zum 20. Jahrhundert verewigt. Hetzjagden waren über Jahrhunderte hinweg ein beliebter Zeitvertreib der höheren Gesellschaft und nur ihnen war die Haltung der Hunde gestattet. Zu den Beutetieren der okzidentalen Windhunde zählten Hirsche, Wölfe, Kaninchen, Hasen, Füchse und Dachse. Doch als sich allmählich das Jagdgewehr durchsetzte, verlor der Windhund seine Bedeutung als Beutejäger – nicht aber die als Statussymbol. Man lenkte seine Talente in sportliche Bahnen und es entstanden erste Wettbewerbe, die sich zu den heute bekannten Coursings* und den Windhunderennen auf der Rennbahn entwickelten. Mit dem Sturz der meisten Monarchien in Europa geriet aber auch der Windhund mehr und mehr in Vergessenheit und verlor sein Prestige und Ansehen.

 

Galgo español 

 

Der Ursprung dieser Windhundrasse liegt im 6. Jahrhundert, die Kelten jagten damals mit mittelgrossen Hunden, die sie auf ihren Zügen mit in das Gebiet des heutigen Spaniens brachten und die als Vorfahren des Galgo español gelten. Weiteren Einfluss auf die Rasse hatte vermutlich die von den maurischen Besetzern mitgebrachten arabischen Sloughi und der bereits in Spanien beheimatete Podenco. Galgos sind 60 - 65 cm grosse Hunde, der Körper ist langgezogen, ihr Kopf ist schmal mit dunklen, mandelförmigen Augen, der Brustkorb ist mächtig und gleichmässig tief, die Rute setzt tief an und weist einen leichten seitlichen Knick am Ende auf. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten: die Glatthaarigen, deren Fell sehr kurz und fein ist, sowie die Rauhaarigen, deren Fell bis 10 cm lang, struppig und hart ist. Sie sind meist braun gestromt oder schwarz, mit weissen Stellen an Kopf, Beinen und Rute, es gibt aber alle Farbvarianten von rot über blau bis sandfarben. Diese Rasse weist praktisch keine Erbkrankheiten auf, was eine erfrischende Ausnahme in den heute so überzüchteten Hunderassen darstellt. Ihr Wesen ist ruhig und eher zurückhaltend, hat ein Galgo jedoch einmal Vertrauen gefasst ist er sehr anhänglich und auf seine Bezugsperson fixiert. Diesen Hunden sind Aggressionen fremd, bei Bedrohungen suchen sie ihr Heil in der Flucht. Zudem sind sie sehr ruhige Hausgenossen, ein Hund über den sich selbst die Nachbarn freuen – im Freien jedoch kann ihr meist ausgeprägter Jagdinstinkt und ihr feuriges Temperament eine grosse Herausforderung darstellen – doch durch ihre Intelligenz und ihre Neugierde sind sie sehr gut erziehbar und im Allgemeinen sehr pflegeleicht.

 

Eine Hündin wiegt 23 - 28 kg, ein Rüde darf bis 35 kg schwer sein. Die Lebenserwartung beträgt bis zu 16 Jahre.

 

Greyhound 

 

Die Vorfahren des Greyhounds wurden im 4. Jahrhundert von den Kelten nach Grossbritannien gebracht, vom 16.-18. Jahrhundert wurden in grosser Zahl spanische Galgos importiert und durch zielgerichtete Kreuzung und Weiterzüchtung entstand der heutige Greyhound. Aus diesem Grund teilt der Greyhound viele rassespezifische Eigenschaften mit dem Galgo, doch es gibt auch einige Unterschiede. So ist er kräftiger, mit bis zu 76 cm grösser und mit 80 Km/h Spitzengeschwindigkeit* schneller als der Galgo, der nur 65-70 Km/h schafft, dafür aber auch ausdauernder ist. Dies ist ein Grund dafür, dass meist Greyhounds auf den kommerziellen Rennbahnen eingesetzt werden, während Galgos grösstenteils für die Jagd gehalten werden.

 

Alle Greyhounds haben ein feines und dichtes Fell, es ist schwarz, weiss, rot, blau, ein bräunliches Rotgelb, sandfarben oder gestromt und kann in jeder Farbvariante zusammen mit weiss auftreten. Auch charakterlich sind sich Greyhound und Galgo sehr ähnlich, er ist ein ebenso liebevoller, anschmiegsamer und ruhiger Hausgenosse, der an seine Halter wenige Ansprüche hat – ausser einen engen Familienanschluss und ein bisschen Verständnis und konsequente Erziehung in Bezug auf seinen ebenfalls oft stark ausgeprägten Hetztrieb.

 

Eine Hündin sollte 25 - 30 kg wiegen, ein Rüde kann bis zu 40 kg schwer sein. Die Lebenserwartung beträgt bis zu 14 Jahre.

 

Podenco

 

Der Podenco wird in Spanien zur Kaninchenjagd eingesetzt, doch die meisten werden unter tierunwürdigen Bedingungen gehalten. Ausserhalb Spaniens kennt man diese Rasse fast nur als Tierschutzfall.

Die meisten von ihnen haben rotes, rot-weisses oder weisses Fell, das glatt oder rau sein kann. Der Podenco hat einen sehr feinen Geruchssinn und ein ausgeprägtes Gehör. Wie die meisten Windhunde spielen und laufen sie gerne. Genügend Beschäftigung vorausgesetzt, sind sie im Haus ruhig und ausgeglichen. Seiner Familie gegenüber ist der Podenco aufgeschlossen, anschmiegsam und liebebedürftig. Jedoch Fremden gegenüber verhält sich der Podenco eher distanziert. Seiner Jagdleidenschaft kann mit positiver Bestärkung, sehr viel Geduld und grossem Ideenreichtum engegen gewirkt werden.

 

Eine Hündin kann je nach Unterart bis 30 kg, ein grosser Rüde bis zu 40 kg wiegen. Die Lebenserwartung beträgt bis zu 16 Jahre.

 

Denkanstoss

 

Heutzutage werden diese einstmals von der obersten Schicht der Gesellschaft so bewunderten Hunde von der Rennbahnindustrie und skrupellosen Jägern ausgenutzt, gequält und selbst im Sterben noch mit Füssen getreten. Es ist eine Schande, dies mit anzusehen und sich zu überlegen, daß ein Tier, das dem Menschen in einem Moment noch so lieb und teuer war, daß Könige ihre Untertanen für dessen reinen Besitz hinrichteten, im nächsten Moment achtlos in den Brunnen geworfen oder an einem Baum aufgehängt wird. Was sagt das wohl über uns aus?

 

QUELLE: WIKIPEDIA.DE UND WINDHUNDE.DE

 

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